Ich habe wiederum einige Tage damit verbracht, Material zum Thema "Systemtheorie und Webkommunikation" zu suchen. Man findet - jedenfalls im Web - überraschend wenig. Ob das damit zu tun hat, dass die große Zeit der Systemtheorie tatsächlich vorbei ist? Oder ob der universitäre Diskurs der Systemtheorie und die Diskursformen im Web letztlich nicht kompatibel sind? (Vielleicht muss man, um vom Web her einen produktiven Zugang zur Systemtheorie zu bekommen, "von unten" kommen, also zum Beispiel von der Beschreibung von Webpublikationen oder aus Gebieten wie der Theorie des Programmierens und der Social Software.) Erste Überlegungen zum Thema "Web Publishing und Systemtheorie" möchte ich in diesem Eintrag publizieren. Er befindet sich in einem "Prä-Alpha"-Stadium; ich möchte, in den kommenden Wochen an ihm weiterzuschreiben. Ich hoffe, dass Leser auf diesen Text stoßen, die mit weiterhelfen können - auch wenn sie mir zeigen, dass ich einen Holzweg eingeschlagen habe.
Anmerkung: Dieser Text wird aktualisiert; die folgende Version stammt vom 20. 10. 2006 27.11.2006.
(Unkorrigierte Version mit Formatierfehlern)
Table of Contents
- Kommunikationstheoretische Vorüberlegungen
- Beobachtbarkeit von Kommunikation im Web
- Softwareabhängigkeit der Beobachtung von Webkommunikation
- Kontextualisierung und Selektion
- Anschlussfähigkeit von Kommunikationen und Verlinkung
- Weblogs und Wikis: Beispiele für rekursive Publikationsformen im WWW
- Bibliography
Abstract
Webpublikationen und Webkommunikation lassen sich nur sehr rudimentär beschreiben, wenn man sie lediglich als Mittel begreift, mit dem sich Ziele erreichen lassen, die es auch ohne Webkommunikation geben könnte und die sich auch auf anderen Wegen, z.B. mit den herkömmlichen Medien verwirklichen ließen. Das Web ist nicht nur ein neues Kommunikationsinstrument, sondern ein Raum, in dem sich Kommunikation neu organisiert, so wie sich Kommunikation (und damit die Gesellschaft) früher durch den Buchdruck oder die Schrift radikal verändert hat.
In diesem Text beschäftige ich mich mit Möglichkeiten, Webpublikationen soziologisch und kommunikationstheoretisch zu untersuchen. Es handelt sich um theoretische Vorüberlegungen für die angewandte Forschung an dem geplanten Master-Studiengang "Web Content" (Arbeitstitel) der FH Joanneum.
Ich suche nach Begriffen, mit denen sich die Kommunikation im Web auf einer sozialen, nicht auf einer technischen Ebene beschreiben lässt. Diese Begriffe müssen einerseits dem Web in seiner technischen Seite gerecht werden. Andererseits soll sich mit ihnen herausarbeiten lassen, was Webkommunikation von anderen Formen der Kommunikation unterscheidet.
In diesem Text gehe ich vor allem auf die “Beobachtbarkeit” und die “Anschlussfähigkeit” von Kommunikation im Web ein. Ich verstehe diese Begriffe in der im weitesten Sinn systemtheoretischen Tradition in der Sozialwissenschaft an, für die der Gegenstand der Soziologie aus “Kommunikationen” besteht.
Ich befinde mich damit in einem frühen Stadium eines “work-in-progress”. Ich beanspruche nicht, Elemente einer Theorie des Web Publishing vorzulegen oder Forschungsergebnisse zu umreißen, die durch eine solche Theorie ermöglicht werden. Ich möchte nur eine Forschungsperspektive zur Diskussion vorschlagen[1].
Einleitend stelle ich kurz relevante Aspekte des systemtheoretischen Verständnisses von Kommunikation dar. Danach beschäftige ich mich mit den besonderen Möglichkeiten der Beobachtung und der Anschlussfähigkeit von Kommunikationen im Web. Schließlich interpretiere ich Weblogs und Wikis als Publikationsformen, die diese Möglichkeiten in einer spezifischen Weise realisieren: Weblogs sind eine webspezifische Form des Anschlusses von Kommunikationen an Mitteilungen, Wikis eine webspezifische Form des Anschlusses von Kommunikationen an Informationen. Beide Formen ermöglichen es, dass potentiell unbegrenzt weitere Kommunikationen an die vorhandenen Kommunikationen anschließen können und mit denselben Mitteln beobachtet werden können wie diese. Sie können damit eigene kommunikative Systeme oder Subsysteme bilden, die sich auf sich selbst beziehen können und zugleich offen sind.
Ich gehe in diesem Text nicht darauf ein, in welchem Verhältnis Publikationsformen wie Weblogs und Wikis zur Kommunikation in Open Source-Communities stehen. Hier geht es in erster Linie um Begriffen mit denen sich Webkommunikation allgemein beschreiben lässt. Es liegt nahe, auch die Kommunikation im Open-Source-Zusammenhang — Kommunikation auf dem “Basar” statt in der “Kathedrale”[2] — als eine Kommunikation zu verstehen, welche die spezifischen Chancen der Beobachtbarkeit und Anschlussfähigkeit im Web ausschöpft.
Weder kann man von der Systemtheorie noch von dem Kommunikationsbegriff der Systemtheorie sprechen. Ich verwende den Begriff “Systemtheorie” für eine Theorietradition, der sich Heinz von Foerster, Niklas Luhmann, Dirk Baecker (neben vielen anderen Autoren) zuordnen lassen. In der Weise, wie sie Kommunikation beschreiben, knüpfen sie an Gerhard Ruesch und Gregory Bateson[3] an. Der Begriff der Kommunikation spielt in dieser Tradition eine zentrale Rolle; so bilden für Niklas Luhmann “Kommunikationen” den Gegenstand der Soziologie. Doch erst Dirk Baecker hat in einer Buchveröffentlichung 2005[4] explizit eine systemtheoretische Theorie der Kommunikation vorgelegt. Er ordnet seine Arbeit einer
Tradition soziologischer Kommunikationstheorien zu, die die Möglichkeit der Kommunikation weder in den Intentionen der beteiligten Individuen noch in sonstwie bereits gegebenen Regelstrukturen verankert, sondern für diese Möglichkeit aussschließlich die Rekursivität der Kommunikation selber verantwortlich macht und sowohl Intentionen wie auch Regeln als Strukturen dieser Rekursivität begreift.
In dieser systemtheoretischen Tradition ermöglicht die Rekursivität von Kommunikation deren Selbsterzeugung oder “Autopoiesis”: Kommunikation greift immer wieder auf Kommunikation zurück, um als Kommunikation zu funktionieren. (Autopoetische Systeme “sind Systeme, die nicht nur ihre Strukturen, sondern auch die Elemente, aus denen sie bestehen, im Netzwerk eben dieser Elemente selbst erzeugen[7]”. Da Kommunikation sich selbst zirkulär voraussetzt, kann man sie nicht nur als Kombination “einfacher” oder “elementarer” Bestandteile beschreiben: Kommunikation bildet eine eigene Realitätsebene. Sie lässt sich nicht auf eine Ansammlung von Elementen (z.B. Sender, Kanal und Empfänger) reduzieren, die zusammengenommen etwas wie Kommunikation ergäben, sondern sie erzeugt ihre Elemente, indem sie sich auf sich selbst bezieht und zugleich von ihrer Umwelt unterscheidet. (“Sender” und “Empfänger”, die oft zusammen mit einem “Kanal” als Elemente von Kommunikation angesehen werden, benötigen Kommunikation, um senden oder empfangen zu können. Kommunikation lässt sich nur auf die Interaktion eines Senders und eines Empfängers reduzieren, wenn man sie bereits voraussetzt.)
Von Systemen wie dem Leben oder dem Bewusstsein unterscheidet sich die Kommunikation durch durch eine für sie spezifische Operation oder Form und durch spezifische Voraussetzungen.
Die spezifische Operation der Kommunikation beschreibt Luhmann[8] als eine Einheit aus drei aufeinander verweisenden Selektionen: Information, Mitteilung und Verstehen[9]. Kommunikation spielt sich nur ab, wo sie verstanden wird. Wer eine Kommunikation versteht, unterscheidet zwischen einer Mitteilung und der Information, die sie übermittelt. Verstanden wird eine Mitteilung dabei immer in einem Kontext, der bei den an einer Kommunikation Beteiligten nie derselbe ist. Das Verstehen von Kommunikation ist ein Bestandteil der Kommunikation, auf den sich weitere Kommunikationen, z.B. die Annahme oder Ablehnung einer Kommunikation[10], beziehen. Durch Kommunikation verändert sich der Zustand des gesamten Systems der an der Kommunikation Beteiligten; deshalb reicht es nicht aus, Kommunikation einfach als “Übertragung” von Informationen von einem Sender auf einen Empfänger zu begreifen. Nur über die Beschreibung des Empfängers — die Beobachtung des Empfängers, der den Sender beobachtet und zwischen diesem und einer Mitteilung unterscheidet — lässt sich Kommunikation als Einheit beobachten.
Voraussetzung für Kommunikation sind damit Beobachter, die sich wechselseitig beobachten. Ohne beobachtende Systeme, die ihr Beobachten selbst beobachten können, ist Kommunikation nicht möglich. (Das Konzept der Beobachtung des Beobachters ist der Ausgangspunkt für die “Kybernetik zweiter Ordnung”, die von Bateson, von Foerster und anderen seit den späten 40er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Sie thematisiert Systeme, deren Selbstorganisation sich nur beschreiben lässt, wenn man sie als sich selbst beobachtende Systeme versteht.)
Dirk Baecker beschreibt Kommunikation im Anschluss an den Informationsbegriff Shannons[11] und den Kalkül George Spencer-Browns[12] als eine Form, bei der eine Bezeichnung (“indication”) von einer Unterscheidung (“distinction”) unterschieden werden muss, und bei der diese Unterscheidung mitkommuniziert wird[13]. Näherungsweise lässt sich das so verstehen: Jede Mitteilung (die Bezeichnung) setzt eine Menge möglicher Mitteilungen (Unterscheidung) voraus. Der Sinn der Mitteilung hängt von den ebenfalls möglichen Mitteilungen ab. Die Menge der möglichen Mitteilungen wird also mitkommuniziert, wenn überhaupt Kommunikation stattfindet. (Wenn ich in einem österreichischen Kaffeehaus einen “Kleinen Schwarzen” bestelle, unterscheidet sich diese Mitteilung von anderen wie “Kleiner Brauner” oder “Verlängerter”. Dieser Möglichkeitsraum gehört mit zur Mitteilung. Wenn er nicht in irgendeiner Form mitgeteilt wird, ist meine Mitteilung unverständlich.)
Systemtheoretisch gesehen ist die Kommunikation und damit die Gesellschaft durch Rekursivität gekennzeichnet: Identitäten entstehen, indem Kommunikationen sich auf andere Kommunikationen beziehen:
Die Rekursivität der Autopoiesis der Gesellschaft ist nicht durch Kausalresultate (outputs als inputs) und auch nicht in der Form von Ergebnissen mathematischer Operationen organisiert, sondern reflexiv, das heißt durch Anwendung von Kommunikation auf Kommunikation. Jede Kommunikation setzt sich selbst der Rückfrage, der Bezweiflung, der Annahme oder Ablehnung aus und antezipiert das. Jede Kommunikation![14]
Als “autopoietisches” Phänomen, als ein sich selbst organisierendes System, hat Kommunikation als solche keinen anderen Zweck als Kommunikation; sie bezieht sich immer auch auf sich selbst und stellt Bedingungen her, unter denen sie sich selbst fortsetzen kann. So steht Kommunikation nicht im Dienst des Handelns, vielmehr ist Handeln — im Gegensatz zu bloßem Verhalten — immer kommunikatives Handeln: Es findet bereits in einem Feld statt, dass durch die Anwesenheit von Beobachtern bestimmt ist, die sich als Beobachter beobachten. Ohne Kommunikation lässt sich eine Handlung nicht von bloßem Verhalten unterscheiden; die Festlegung eines Handlungsziels — und damit eines Ausganspunkts für weitere Handlungen — ist auf Kommunikation angewiesen.
Nur unter sehr komplexen Voraussetzungen kann Kommunikation zustandekommen; sie ist damit ein unwahrscheinliches Phänomen. . Die systemtheoretische Soziologie versteht Kommunikation als Bedingung von Sozialität, als die Operation, durch die sich soziale Systeme von ihrer Umwelt unterscheiden und sich auf sich selbst beziehen. Die Evolution sozialer Systeme macht Kommunikation weniger unwahrscheinlich; die historischen Veränderungen der Gesellschaft sind an Gelegenheiten zur Kommunikation gebunden:
Ohne Kommunikation bilden sich aber keine sozialen Systeme. Die Unwahrscheinlichkeiten des Kommunikationsprozesses und die Art, wie sie überwunden und in Wahrscheinlichkeiten transformiert werden, regeln deshalb den Aufbau sozialer Systeme. So kann man den Prozess der soziokulturellen Evolution begreifen als Umformung und Erweiterung der Chancen für aussichtsreiche Kommunikation, um die herum die Gesellschaft ihre sozialen Systeme bildet; und es liegt auf der Hand, daß dies nicht einfach ein Wachstumsprozeß ist, sondern ein selektiver Prozeß, der bestimmt, welche Art sozialer Systeme möglich werden und was als zu unwahrscheinlich ausgeschlossen wird.[15]
Man braucht keine detaillierte Analyse, um festzustellen, dass das Web ein Medium ist, das die Unwahrscheinlichkeit von Kommunikationen reduziert. Das Internet und innerhalb des Internet das Web lösen Kommunikation von Kontingenzen, an die sie bisher gebunden war[16]. Die Möglichkeiten zum Anschluss an Kommunikationen und zum rekursiven Verarbeiten von Kommunikationen nehmen explosionsartig zu.
Dass sich das Web als eine technische Infrastruktur beschreiben lässt, die die Unwahrscheinlichkeit von Kommunikation reduziert, bedeutet aber nicht, dass sich die Kommunikation im Web mit technischen Konzepten, etwa solchen der Signalübertragung oder der Informationsverarbeitung, verstehen ließe. Die Kommunikation bestimmt sich innerhalb des Web wie außerhalb selbst; bereits die technische Infrastruktur des WWW lässt sich auch das Ergebnis sozialer Definitionen, also von Kommunikationsprozessen, darstellen.
Als Form der Kommunikation kann eine Publikationsform im Web auf spezifische Restriktionen und spezifische Möglichkeiten hin befragt werden. Für die Kommunikation im Web gelten nicht eigene Gesetze. Systemtheoretische Konzepte lassen sich auf sie anwenden, weil sie sich nicht grundsätzlich von anderen Kommunikationsformen unterscheidet. Auch wenn Webkommunikation von technischen Voraussetzungen abhängig ist, ist sie nicht technisch determiniert. Zugespitzt formuliert: Um Webkommunikation als soziales Phänomen zu erfassen, muss man nicht die technischen Mittel beschreiben, mit denen Kommunikationen aneinander anschließen, sondern die Strukturen, die sich aus diesem Anschluss ergeben.
Ist es überhaupt notwendig, sich auf diese theoretische Abstraktionsebene zu begeben? Sind system- oder andere kommunikationstheoretische Theoreme und Konzepte erforderlich, um angewandte Forschung zu betreiben? Als “angewandte Forschung” verstehe ich dabei in diesem Zusammenhang die Entwicklung und Evaluierung von Webpublikationen und Formen von Webpublikationen.
Eine systemtheoretische Untersuchung von Webkommunikation kann für die angewandte Forschung auf diesem Gebiet in zwei Hinsichten fruchtbar werden: Zum einen ermöglicht sie es, die kommunikativen Eigengesetzlichkeit der Webkommunikation zu beobachten und zu beschreiben. Kommunikation stellt die Bedingungen für Anschlusskommunikationen selbst her; wer als Individuum oder als Organisation im Web kommunizieren will, muss Anschlusskommunikation ermöglichen und erkennen, wo und wie er selbst an Kommunikationen im Web anschließt.
Einen zweiten Vorteil der Beschäftigung mit einer Theorie der Webkommunikation sehe ich darin, dass sich auf diesem Wege die Unterschiede zu anderen Medien deutlicher erkennen lassen. Aus praktischer Sicht bewahrt die Theorie vor der Illusion, das Web ließe sich verwenden wie andere Medien. Umgekehrt legt die theoretische Analyse nahe, dass Webkommunikation zur Bildung eigener selbstreferentieller Strukturen führt, die nicht als Fortsetzung der Systeme außerhalb des Webs funktionieren, sondern dieser transformieren und vielfach auch gefährden — nicht nur aufgrund ihrer größeren Effizienz, sondern weil sie als eigene soziale Strukturen funktionieren und ihre eigenen Fortsetzungsbedingungen erzeugen.
Wer Webkommunikation als “autopoietisches”, also als sich selbst strukturierendes Phänomen untersucht, muss deshalb nicht ihre Beziehungen zu anderen Systemen, z.B. zur Wirtschaft oder zur Wissenschaft ignorieren. Welche Wechselwirkungen zwischen Webkommunikationen und anderen sozialen Phänomenen bestehen, lässt sich aber nur erfassen, wenn man die Eigendynamik dieser Kommunikationen berücksichtigt. Zu dieser Eigendynamik gehören die Erzeugung von Zusammenhängen und die Auswahl von Kommunikationen, das Anschließen von Kommunikationen an Kommunikationen und die Evolution von Kommunikationszusammenhängen, die sich auf sich selbst beziehen. Publikationsformen oder “Genres” sind Ergebnisse einer solchen Eigendynamik und setzen sie zugleich wiederum in Gang.
Gerade wenn es sich als auch praktisch fruchtbar erweisen sollte, Webkommunikation systemtheoretisch zu analysieren, ist es notwendig, die Rolle und den Status diese Theorie bei der Beschreibung von Phänomenen des Web genauer zu definieren. Das kann in dem Stadium von Vorüberlegungen, wie ich sie hier anstelle, noch nicht erfolgen. Bei der Theorie der Webkommunikation handelt es sich um eine Beobachtung zweiter Stufe, also eine Beobachtung von Beobachtern. Was von der Beobachtung der ersten Stufe als Objekt oder Gegebenheit beschrieben wird, erscheint auf dieser zweiten Stufe als ein Ergebnis der Unterscheidungen auf der Seite des Beobachters. Auf der ersten Stufe sind URIs, das HTTP-Protokoll oder auch Webserver und Webclients Gegebenheiten, mit denen man praktisch umgehen kann, und die man, z.B. statistisch, untersuchen kann. Auf der Ebene der Beobachtung der zweiten Stufe müssen sie als soziale Konstrukte beschrieben werden, die eine spezifische Form der Kommunikation ermöglichen. (Als Beispiel für eine konsistente Beschreibung der Architektur des WWW auf dieser zweiten Stufe kann vielleicht die Dissertation Roy Fieldings[17] gelesen werden.)
Nicht das WWW, sondern bereits das Internet hat die räumlichen und zeitlichen Kontingenzen, denen die Verbreitung von Mitteilungen bisher unterworfen war, für seine Teilnehmer aufgehoben. Die Architektur des Internet macht den Zugang zu Informationen und damit zu Kommunikationen tendenziell vom physikalischen Raum unabhängig. Die Verbindung dieser Infrastruktur mit Speichermedien (für die physikalische Grenzen aus der Benutzersicht zunehmend keine Rolle mehr spielen) ermöglicht asynchrone Kommunikation in einem bisher nie möglichen Ausmaß.
Für das Web ist das Internet eine Basistechnik, die Ausgangsprobleme der älteren Verbreitungsmedien löst, nämlich die Ermöglichung von “unwahrscheinlicher” Kommunikation. Das WWW kann man als ein Mittel verstehen, mit dem man die Daten, die im Internet zugänglich sind, asynchron beobachten und innerhalb desselben Mediums an sie anschließen kann. Zugänglich wären Daten auch über FTP oder über das fast vergessene Gopher-Protokoll. Bei diesen Protokollen muss man sich aber zum Verarbeiten der Daten und damit zur Kommunikation aus dem Netz herausbegeben. Das Email-Protokoll erlaubt es zwar, innerhalb des Netzes direkt an Kommunikationen anzuschließen, die Informationen sind aber nur für einen beschränkten Adressatenkreis zugänglich, und sie lassen sich nur sehr eingeschränkt miteinander verknüpfen. Erst das WWW macht Internet-Kommunikation universal beobachtbar und anschließbar; mit dieser Zielsetzung wurden seine Basistechnologien entwickelt, und mit dieser Zielsetzung werden sie auch heute weiterentwickelt.
Durch seine technische Basis (HTTP-Protokoll, URIs, Markup-Sprachen) kann das Web als ein Publikationsmedium funktionieren, in dem jede Mitteilung an jedem Ort wahrgenommen werden kann, und das es überdies ermöglicht, sie beliebig lange wahrzunehmen. Zu der spezifischen Form des WWW gehört es außerdem, dass in ihm jede Mitteilung mit jeder anderen so verknüpfbar ist, dass beide zusammen beobachtbar sind. Kommunikationen im Web sind für einen Beobachter von den anderen Kommunikationen in diesem Medium, auf die sie sich beziehen, räumlich und zeitlich nicht entfernt.
Beobachtbarkeit wird technisch dadurch sichergestellt, dass Clients Repräsentationen von Ressourcen erhalten. Der Anschluss von Kommunikationen an Kommunikationen wird technisch realisiert, indem Ressourcen im Web mit anderen verlinkt werden.
Die mediale Kommunikation im Web ist — jedenfalls soweit es darum geht, Kommunikationen weniger unwahrscheinlich zu machen — in einem hohen Maß empfängergesteuert. Die technischen Probleme — und nicht nur sie — verschieben sich vom Sender zu den Empfängern, von der Mitteilung zum Verstehen. Im Web ist es vor allem Sache des Empfängers, nicht mehr des Senders, die Unwahrscheinlichkeit zu verringern, mit der Kommunikation gelingt. Während bei den klassischen Verbreitungsmedien der Sender mit hohem materiellem Aufwand sicherstellen musste, dass Kommunikationen wahrgenommen werden, muss im WWW der Empfänger mit hohem Softwareaufwand (und einer für ihn unsichbaren Infrastruktur, etwa der Infrastruktur von Google) dafür sorgen, dass ihn die Kommunikationen erreichen, die ihn interessieren[18]. Medientechnisch wie gesellschaftlich stellen sich durch das WWW vor allem Fragen, die mit der Beobachtung von Kommunikation — statt mit ihrer Verbreitung — zusammenhängen.
In allen älteren Medien wurde das Problem der Verbreitung von Kommunikation durch Vervielfältigung gelöst. Noch im herkömmlichen Broadcasting wird ein Medium an eine große Zahl von Endgeräten übertragen. Im WWW sind Kommunikationen dagegen, soweit ihre Adressierung betroffen ist, nur einmal vorhanden, und sie werden durch eine Adresse, einen URI, identifiziert. Von Vervielfältigung kann man nur für die Repräsentationen von Ressourcen sprechen; anders als bei den identischen Kopien der älteren Medien passen sich diese Repräsentationen aber den Bedingungen an, unter denen sie abgerufen werdem; Client und Server bestimmen in einem “Verhandlungs”-Prozess, welche Repräsentation der Client erhält. Auf der Ebene der materiellen Träger von Informationen reduziert das Web die Redundanz, wenn man es mit den älteren “Massenmedien” vergleicht. (Die Informationen haben im Web einen abstrakten Ort; dieser wird durch einen URI identifiziert. Physikalisch können sie auf verschiedenen Rechnern und in potenziell beliebig vielen Caches auf der Server- und auf der Clientseite vorhanden sein. Die Architektur des WWW stellt sicher, dass es sich bei diesen Versionen immer um Repräsentationen derselben Ressource handelt.) Auch auf der Ebene der menschlichen Adressaten verringert das WWW den Bedarf nach Redundanz. Es wird weniger wichtig, dass viele Menschen dasselbe lernen und wissen, weil die Informationen im Web gefunden werden können, wenn es nötig ist.
Charakteristisch für das WWW ist es dabei im Vergleich zu allen älteren Medien, dass die Beobachtung von Kommunikation an Software gebunden ist[19]. Wie die älteren Verbreitungsmedien Schrift und Druck setzt das Web voraus, dass Kommunikationen gespeichert wird. Anders als bei diesen Medien werden Mitteilungen im Web aber digitalisiert; anders als bei Radio und Fernsehen sind sie asynchron zugänglich; anders als bei anderen Teilen des Internet werden sie durch intelligente Beobachtungsinstrumente erschlossen.
Auch beim herkömmlichen Broadcasting, also bei Radio und Fernsehen, ist der Adressat auf technische Geräte angewiesen. Radio- und Fernsehempfänger geben aber Sendungen nur wieder; mit ihnen lässt sich nur sehr eingeschränkt steuern, was und wie beobachtet wird. Im Gegensatz dazu sind PCs und intelligente Mobiltelefone frei programmierbar. Auf der Seite des Empfängers oder des Beobachters von Komunikation lässt sich der Zugang durch Software potenziell unbeschränkt erweitern. Die Beobachtung von — gespeicherten — Mitteilungen und Informationen erfolgt dabei nicht nur durch Menschen, die Informationen wahrnehmen, sondern auch durch Automaten, vor allem durch Suchmaschinen. Die Technik zur Beobachtung von Informationen kann weiterentwickelt und immer weiter optimiert werden. Ihre Entwicklung geht Hand in Hand mit der Entwicklung von Speicherungs- und Archivierungstechniken.
Zu Publikationsformen im Web gehört es sogar, spezifische Formen von Beobachtbarkeit zu entwickeln; man könnte auch sagen: die Entwicklung von Publikationsformen im Web besteht zu einem großen Teil in der Entwicklung von Beobachtungsmöglichkeiten, die sich ihrerseits wiederum auf in einer spezifischen Form gespeichete Inhalte beziehen.
Das Web macht, wie eben beschrieben, Kommunikationen unabhängig von räumlichen und zeitlichen Entfernungen zugänglich und damit unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlich. Damit verringern sich allerdings die Chancen, dass Kommunikationen auch aufgenommen bzw. verstanden werden. Die Beobachtbarkeit von Kommunikationen im Web steigert die Ansprüche an Selektivität auf der Seite der potenziellen Adressaten. Es wird schwieriger, mit Kommunikationen den erwünschten Erfolg zu erzielen, wenn nicht sehr spezifische Interessen der Adressaten beantwortet werden. Da das Angebot an Kommunikationen nahezu unbegrenzt ist, verschiebt sich die Entscheidung darüber, welche Kommunikation relevant ist, vom Sender zum Empfänger.
Um Kommunikationen auswählen zu können, muss ein Webbenutzer technische Hilfsmittel verwenden. (Rekursive Prozesse spielen bereits für die Selektion eine entscheidende Rolle, wenn sich die Software, die zur Auswahl von Informationen verwendet wird, auswertet, welche Angebote von anderen Webnutzern genutzt werden.)
Der Beobachter bestimmt im Web über den medialen Kontext, in dem er Mitteilungen versteht. Er kann Kommunikationen mit Kommunikationen, auf die sie sich beziehen, gemeinsam beobachten. Er kann selbst durch Kontextbildung Bezüge zwischen Kommunikationen herstellen.
Die entscheidende Komponente des systemtheoretischen Konzepts der Kommunikation bildet die Anschlussfähigkeit jeder Kommunikation. Wer Kommunikation beobachtet, also Information und Mitteilung unterscheidet, kann in weiteren Kommunikationen entweder an die Information oder an die Mitteilung anschließen. Die Anschlussfähigkeit hängt dabei nicht von einem Medium ab. Eine schriftliche Kommunikation kann an eine mündliche anschließen, eine gedruckte an eine mit der Hand geschriebene.
Kommunikationen im Web können auf andere Kommunikationen im Web durch Hyperlinks verweisen; der Adressat kann dabei Kommunikation und Anschlusskommunikation zusammen beobachten. Die Verlinkung ist eine webspezifische Unterstützung des Anschlusses von Kommunikationen aneinander, durch die sich das Web von anderen Medien unterscheidet. Wenn man das Web als ein System versteht, ist die Verlinkung dessen grundlegende Operation.
Allerdings darf die Verlinkung von Ressourcen im Web auf der technischen Ebene nicht mit dem Anschluss einer Kommunikation an eine andere im kommunikationstheoretischen Sinn verwechselt werden. Das Anschließen an eine Kommunikation setzt voraus, dass bei der beobachteten Kommunikation zwischen Mitteilung und Information unterschieden wird. Ein Link ist nur eine Referenz auf Daten, die aber als Anschluss an eine Mitteilung oder eine Information verstanden werden kann. Wichtig ist, dass das Medium Web durch die Verlinkbarkeit von Informationen den Anschluss von Kommunikationen an andere Kommunikationen in diesem Medium und deren gemeinsame Beobachtung privilegiert. Damit liegt es nahe, die Webkommunikation als solche und Teile der Kommunikation innerhalb des Web als eigene Systeme von ihrer Umwelt zu unterscheiden.
Der hypermediale Charakter unterscheidet das WWW nicht nur von den Print- und Broadcast-Medien, sondern auch von den anderen Teilen des Internet. Weltweit erreichbar sind Informationen auch in den anderen Teilen des Internet; auch für andere Internetprotokolle ist charakteristisch, dass sich Kommunikation nur mithife von Software beobachten lässt. Seine besondere Stellung unter den Teilen (technisch ausgedrückt: unter den Protokollen) des Internet besitzt das Web vor allem dadurch, wie in ihm Ressourcen aufeinander bezogen und damit verlinkt werden können. Das Web ist das erste und einzige universale Medium, in dem Kommunikationen unabhängig von räumlichen und zeitlichen Zufälligkeiten nicht nur zueinander in Beziehung gesetzt, sondern auch zusammen beobachtet werden können. Dadurch wurde es zu dem Medium für miteinander verknüpfte Kommunikation.
In allen anderen Medien ist die nachvollziehbare Verknüpfung von Kommunikationen nur mit Unterstützung des Gedächtnisses der Adressaten (etwa bei Zitaten, Anspielungen und anderen Typen intertextuellen Kommunikation) oder durch Verweise auf Medien in Bibliotheken und anderen Archiven möglich. In beiden Fällen ist es sehr aufwändig, die Verknüpfungen nachzuvollziehen; oft ist der Adressat solcher Kommunikationen materiell privilegiert.
Im Web dagegen sind die Kommunikationen, an die eine Kommunikation anschließt, für jeden beobachtbar, und zwar zusammen mit den Kommunikationen, die sich auf sie beziehen. Anders als in den traditionellen Medien ist es durch das Web auch jedem Teilnehmer möglich, im selben Medium an vorangegangene Kommunikation anzuschließen. Die vorangegangene Kommunikation ist im WWW immer wieder aktualisierbar; dazu ist normalerweise nicht mehr als das Traversieren eines Links erforderlich. So kann es in kürzester Zeit zu ganzen Kaskaden von aufeinander bezogenen Kommunikationen kommen.
Die unbegrenzte Anschlussfähigkeit von Kommunikationen unterscheidet das Web ebenso von den Massenmedien wie die benutzergesteuerte Beobachtbarkeit; durch sie wird das Web zu einem dezentralen Medium. Für die herkömmlichen Massenmedien war es dagegen charakteristisch, dass die Anschlussfähigkeit auf einen “professionellen” Kreis von Medienmachern beschränkt war.
Die für das Web spezifische Form der Beobachtbarkeit von Mitteilungen bestimmt auch die spezifische Form des medialen Anschlusses von Kommunikationen aneinander. Die Anschlussfähigkeit von Kommunikationen im Web ist wie ihre Beobachtbarkeit an ihre Adressierbarkeit gebunden. URIs (Uniform Resource Identifiers) erlauben es, Informationen und Kommunikationen als Ressourcen[20] in einem abstrakten Namensraum zu lokalisieren. Diese Adressen dürfen dabei nicht mit physikalischen Adressen auf einem Server verwechselt werden. URI sind ein zentraler Bestandteil des sozialen Konstrukts WWW.
Die Anschlussfähigkeit von Kommunikation innerhalb des WWW hat es ermöglicht, dass das Web eine “eigene Geschichte” bekam. Kommunikationen im Web müssen an Kommunikationen im Web angeschlossen werden, um in diesem Medium Wirkung zu erreichen. Die Verknüpfungs- oder Netzstruktur, die sich so ergeben hat, ist eine Voraussetzung weiterer Kommunikationen im Web, die Webpublikationen auch “inhaltlich” von Publikationen in anderen Medien unterscheidet, solange diese nicht selbst auf Ressourcen im Web verlinken können und damit zu Bestandteilen des Web werden. Schon aus diesem Grund lassen sich Publikationsformen nicht einfach aus anderen Medien in das Web übertragen.
Die von den Kontingenzen der räumlichen und zeitlichen Verteilung von Mitteilungen unabhängige Anschlussfähigkeit von Kommunikationen an Kommunikationen lässt das rekursive Prozessieren von Kommunikationen explosionsartig zunehmen, und sie reduziert zugleich den Bedarf nach Redundanz, die außerhalb des Web die Bedingung dafür ist, dass nicht nur die räumlich und zeitlich Anwesenden an eine Kommunikation anschließen können. Nicht nur ist es nicht mehr erforderlich, dass Bücher gedruckt oder Abbildungen und Schallplatten vervielfältigt werden, es ist auch nicht mehr erforderlich, Redundanz zu erzeugen, indem viele Menschen dieselben Informationen lernen und weitergeben.
Die Beobachtbarkeit und Anschlussfähigkeit von Webkommunikation ermöglicht eine quantitative Zunahme rekursiver Kommunikationen, die in eine neue Qualität umschlägt, wenn sie selbstreferentiell wird: Im Web bilden sich “Kommunikationssysteme” oder “communities”, die in ihrer Kommunikation auch über sich selbst kommunizieren.
Rekursion als solche ist — folgt man dem systemtheoretischen Kommunikationskozept — für jede Art von Kommunikation charakteristisch: Kommunikationen setzen immer Kommunikationen voraus, auf die sie zurückkommen, und sie stellen selbst die Bedingungen für weitere Kommunikationen her, die wiederum an sie selbst anschließen. Wenn sich durch solche Rekursionen eine Unterscheidung zwischen Selbsreferenz und Fremdreferenz ergibt, kann sich ein eigenes soziales Subsystem entwickeln. (Es geht in diesen Überlegungen nicht darum, ob man das Web oder Teile des Web tatsächlich als eigenes Subsystem bezeichnen kann. Es geht lediglich um die Eingrenzung von rekursiver Kommunikation im Web als ein eigenes Thema für eine systemtheoretisch orientierte Erforschung von Webpublikationen.)
Durch die rekursive Kommunikation im Web, durch das iterative Weiterprozessieren von Kommunikationen, bilden sich im Web “Eigenwerte”[21] heraus, die die Kommunikation im Web strukturieren. Folksonomies und die Wikipedia lassen sich möglicherweise als solche Eigenwerte verstehen, also als stabile Entitäten, auf die sich anderer Kommunikationen beziehen. Sie erreichen diese Stabiliät durch uneingeschränkte Rekursivität von Kommunikationen.
Die Überlegungen, die bisher dargestellt wurden, verfolgen das Ziel, Publikationsformen zu analysieren und neue Publikationsformen zu konzipieren, also die Möglichkeiten des Publikationsmediums WWW durch die Entwicklung von Anwendungen zu erforschen. Die Vermutungen über Beobachtbarkeit, Anschlussfähigkeit und Rekursivität von Webpublikationen lassen sich konkretisieren, wenn sie Publikationformen bezogen werden; erst dabei kann sich zeigen, ob sie tatsächlich Phänomene im Web erklären können. Ich beginne damit, kurz zu erläutern, was mit “Form” gemeint ist. Ich versuche dann darzustellen, dass sich Publikationsformen im Web durch spezifische Möglichkeiten der Beobachtbarkeit und Anschlussfähigkeit voneinander unterscheiden. Schließlich stelle ich die Hypothese auf, dass Publikationsformen im Web rekursive Kommunikation in einer jeweils spezifischen Weise organisieren.
In einem Medium sind die Elemente “lose gekoppelt”. Für eine Kommunikation werden Elemente eines Mediums ausgewählt und fest gekoppelt; so wird eine Form hergestellt[22]. Diese Form unterscheidet sich von der Information, die durch sie mitgeteilt wird, und vom Verstehen, das weitere Kommunikationen ermöglicht, die sich sowohl auf die Mitteilung und ihre Form als auf ihren Inhalt beziehen können.
Wenn man diese Unterscheidung von “Medium” und “Form” aufnimmt, um das WWW zu beschreiben, stellt es sich als ein Medium dar, zu dessen lose miteinander gekoppelten Elementen Elemente aller Kommunikationen gehören, die bereits im Web stattgefunden haben und noch in ihm beobachtet werden können. Von Formen kann man in Bezug auf einzelne Publikationen, aber auch in Bezug auf Publikationstypen sprechen: In einer Publikationsform sind einige Elemente ausgewählt und miteinander verbunden; wer eine Publikationsform verwendet, kann mit festen Erwartungen seiner Adressaten rechnen. Zu den Erwartungen, die sich mit der Publikationsform “Unternehmenswebsite” verbinden, gehört z.B., dass man Informationen über die Unternehmensziele, über Produktgruppen , die Unternehmensstruktur und Kontaktadressen findet, und dass sich diese Informationen durch eine hierarchische, von der Startseite ausgehende Navigation finden lassen.
Die meisten Veröffentlichungen im Web lassen sich einer Publikationsform zuordnen. Es gibt viele Hinweise darauf, dass sich diese Publikationsformen unter den Gesichtspunkten der Beobachtbarkeit und der Anschlussfähigkeit unterscheiden, dass es sich dabei also um relevante Kategorien für die Beschreibung von Publikationsformen und damit wohl auch für die Entwicklung neuer Publikationsformen handelt. Webspezifische Publikationsformen lassen sich möglicherweise durch spezifische Formen der Beobachtbarkeit und der Anschlussfähigkeit definieren, die rekursive Kommunikation generieren und zugleich von ihr generiert werden. Beispiele sind die beiden Publikationsformen, die in den letzten Jahren die größte Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, und die sich — anders als die klassische Unternehmenwebsite — nicht mehr in andere Medien übersetzen lassen, nämlich Weblogs und Wikis.
Unter dem Gesichtspunkt der Rekursivität von Kommunikation ist es signifikant, dass Wikis und Weblogs, also die beiden wichtigsten webspezifischen Formen, sich durch jeweils eigene Möglichkeiten der Beobachtung und der Anschlussfähigkeit von anderen Webpublikationen unterscheiden.
Das bekannteste Mittel, um Weblogs zu beobachten, sind Newsfeeds. Newsfeeds können zwar auch über Publikationen anderer Typen, z.B. über Nachrichtenseiten informieren, sie sind aber in ihrer Form so sehr auf Weblogs zugeschnitten, dass sie sich sogar als Mittel zur Publikation von Weblogs eignen[23]. Newfeeds und die auf ihnen aufbauende Software, vor allem Feedreader oder Aggregatoren, erlauben es, eine größere Zahl von Weblogs laufend zu verfolgen. Es ist unwahrscheinlich, dass sich Weblogs ohne dieses Beobachtungsinstrument als Form durchgesetzt hätten. In den letzten Jahren kamen eine Reihe weiterer Beobachtungsinstrumente für Weblogs auf den Markt, darunter eigene Suchmaschinen und Websites, mit denen man in Echtzeit beobachten kann, was Blogger zu einem bestimmten Thema schreiben.
Zur “Blogosphäre” gehören aber nicht nur eigene Beobachtungselemente, sondern auch ein spezifisches Sortiment von Formen, um an Informationen anschließen zu können. Kommentare am Ende jedes Eintrags sind eine Anschlussform, die Weblogs mit anderen Publikationsformen teilen. Trackbacks sind ein für Weblogs typisches Mittel, um mitzuteilen, dass sich ein Eintrag in einem Weblog auf einen anderen bezieht: Zu einem Blog-Eintrag gehört (in Publikationssystemen, die Trackbacks unterstützen) ein URI, an den eine Botschaft mit dem URI des Eintrags geschickt wird, der an ihn anschließt. Auch Tags, wie sie von Technorati entwickelt wurden, lassen sich als Mittel verstehen, Blogs miteinander zu verknüpfen.
Wahrscheinlich lässt sich die Form des Weblogs als solche bereits als eine Form der Anschlusskommunikation beschreiben; Weblogs wurden in erster Linie entwickelt, um andere Kommunikationen im Web zu kommentieren, zu diskutieren oder wenigstens die Aufmerksamnkeit auf sie zu lenken.
Auch Wikis verfügen sowohl über bestimmte Beobachtungsinstrumente wie über bestimmte Formen der anschließenden Kommunikation, die dieses Genre definieren. Allerdings beschränken sich die spezifischen Beobachtungswerkzeuge noch meist auf ein einzelnes Wiki. Wikisoftware erlaubt es vor allem zu beobachten, welche Einträge wie verändert wurden und welche Einträge in einen Wiki mit dem gerade vorliegenden Eintrag verlinkt sind. Diese Beobachtungswerkzeuge machen Wikis übrigens wie Weblogs zu einer zeitlich organisierten Publikationsform.
Charakteristisch für Wikis ist aber vor allem, dass sie das Anschließen einer Kommunikation an eine andere so leicht machen wie keine andere bisher bekannte Publikationsform im Web. Jeder Artikel lässt sich beliebig verändern; Links auf einen Artikel in einem Wiki werden durch einfachste Mittel erzeugt, etwa wenn innerhalb eines mit einem Großbuchstaben beginnenden Wortes ein zweiten Großbuchstabe verwendet wird.
Weblogs und Wikis lassen sich also als Formen verstehen, die die Beobachtung von Publikationen und die an sie anschließende Kommunikation erleichtern und zugleich organisieren.
Im Anschluss an Luhmanns Kommunikationsbegriff mit seiner Unterscheidung von Information und Mitteilung kann man sagen, dass in der Blogosphäre Kommunikationen primär an Mitteilungen anschließen, während bei Wikis Kommunikationen an die Informationen der ihnen vorausgehenden Kommunikationen anschließen. Wenn diese Mittel verwendet werden, um Publikationen vor allem an sich selbst bzw. an andere Publikationen der gleichen Form anschließen zu lassen, entstehen die selbstreferentiellen Strukturen, die man von der Blogospäre kennt, und die sich inzwischen auch bei der Wikipedia feststellen lassen.
Das Potenzial zur rekursiven Verarbeitung von Kommunikationen, das durch das WWW — verglichen mit den älteren Medien — ins nahezu Grenzenlose erweitert wurde, wird durch Genres oder Formen realisierbar, die den Anschluss der Kommunikationen aneinander jeweils eigenen Regeln oder Einschränkungen unterwerfen. Wer sich an ihnen beteiligt und sich zusätzlich noch einer thematischen Einschränkung unterwirft, gehört einer “Community” an. Weblogs und Wikis sind Beispiele solcher Formen; ihnen ging die Open Source Community voran, die ebenfalls über spezifische Beobachtungsinstrumente und Formen der Anschlusskommunikation verfügt. Auch im E-Commerce ist es einzelnen Unternehmen wie Ebay und Amazon gelungen, solche Formen zu etablieren; auch hier werden Kommunikationen in einer spezifischen Form rekursiv prozessiert.
[Shannon 1948] : A Mathematical Theory of Communication (zuerst in Bell System Technical Journal379-423 and 623-656), Juli und Oktober 1948
[Bateson/Ruesch 1951] : Kommunikation. Die soziale Matrix der Psychatriedeutsch Heidelberg1995 (zuerst amerikanisch 1951)
[Luhmann 1981] Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation in: Soziologische Systeme 3: Soziales System, Gesellschaft, Organisation, Opladen1981, 25-34
[Luhmann 1988] : Was ist Kommunikation in: F.B.Simon: Lebende Systeme — Wirklichkeitskonstruktionen in der systemischen TherapieBerlin u.a. 1988,
[Fielding 2000] : Architectural Styles and the Design of Network-based Software Architectures, Phil. Diss University of California, Irvine2000
[Baecker 2005a] : Form und Formen der Kommunikation, Frankfurt am Main2005http://www.ics.uci.edu/~fielding/pubs/dissertation/top.htm
[1] Dieser Text findet sich online unter der Adresse http://heinz.typepad.com/lostandfound/2006/09/in_arbeit_web_p.html. Ich bitte dort um Kommentare und Kritik. Die Onlineversion soll regelmäßig überarbeitet werden.
[5] Baecker 2005 b, p.35
[6] Einen guten Überblick über diese Tradition auch für Nichtsoziologen gibt Baecker 2005a.
[7] Luhmann 1997, p. 65"
[9] Luhmann 1981, passim, vor allem pp. 55-69
[10] Luhmann 1997, p. 229
[13] Baecker 2005a.
[14] Luhmann 1997, p.141
[15] Luhmann 1981, p.57
[16] In der philosophischen und soziologischen Tradition spricht man von “Kontingenz”, wenn etwas weder notwendig noch unmöglich ist. Kontingente Objekte und Ereignisse sind “zufällig”; sie hängen von Bedingungen außerhalb ihrer selbst an.
[18] Die Funktion von “Verbreitungsmedien” besteht darin, Mitteilungen wahrnehmbar oder beobachtbar zu machen. (Im Anschluss an Talcott Parsons stellt man in der Systemtheorie vielfach den Verbreitungsmedien die “Erfolgsmedien” oder “symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien” gegenüber, mit denen sich erreichen lässt, dass Mitteilungen tatsächlich das erstrebte kommunikative Ergebnis haben. Niklas Luhmann versteht Macht, Geld, Liebe und Wahrheit als Erfolgsmedien.) Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Verbreitungs- und Erfolgsmedien; Verbreitungsmedien ermöglichen es, mit Abwesenden zu kommunizieren; Erfolgsmedien sollen sicherstellen, dass die Adressaten die Kommunikation in gewünschter Weise umsetzen; Macht sorgt z.B. dafür, dass Aufforderungen als Befehle verstanden werden. Wenn ein Zusammenhang zwischen Verbreitungs- und Erfolgsmedien besteht, muss die Entwicklung des Web auch auf der Seite der Erfolgsmedien zu Veränderungen führen; dazu könnte so etwas wie die parzielle Ersetzung des Mediums Geld durch das Medium Aufmerksamkeit gehören.
[19] Es führt nicht weiter, Kommunikation im Web und “Computer” gleichzusetzen. Computer sind lediglich die bisher wichtigste Schnittstelle zum Web. Sie werden zunehmend durch andere intelligente Geräte ergänzt. Die Rechenkapazität selbst wird immer mehr zu einem frei aus dem Netz abrufbaren Service werden.
[20] Die Unterscheidung zwischen Ressourcen und ihren Repräsentationen ist grundlegend für das von Roy Fielding entwickelte “REST”-Modell der Architektur des WWW. “REST” steht dabei für “Representational State Transfer”. Im Web werden in diesem Modell — sehr vereinfacht gesagt — Ressourcen durch URIs identifiziert. Webserver beantworten Anfragen eines Webclients, indem sie eine Repräsentation dieser Ressource an den Client schicken; um welche Repräsentation es sich dabei handelt, hängt von einem Prozess der “Verhandlung” zwischen Client und Server ab.
[21] dazu u.a. Luhmann 1997, p. 217f.
[22] Ich verwenden den Terminus “Form” hier nicht im Sinne von George Spencer-Brown, sondern als Bezeichnung für eine feste Kopplung von Elementen, die in einem Medium nur lose gekoppelt sind. Die Definition eines Mediums als Menge lose gekoppelter Elemente geht auf Niklas Luhmann und über diesen auf den Wahrnehmungspsychologen Fritz Haider zurück.
[23] Das neue Syndikationsformat Atom (http://www.atomenabled.org/developers/syndication/atom-format-spec.php) verwendet dasselbe Format für Newsfeeds und für das Publizieren von Weblog-Einträgen.
Lieber Heinz,
ich habe mir noch nicht das ganze aktuelle Posting zum Thema Systemtheorie (und Web Publishing) durchgelesen. Da ich aber diesen Aspekt bei meiner Diplomarbeit (Filmvermarktung 2.0) auch am Rande behandeln möchte, würde ich gerne ein wenig mehr darüber erfahren.
Ich meld mich wieder, so bald ich zum Lesen gekommen bin. Jetzt ruft aber die Arbeit.
Grüße aus Hamburg,
Norbert
Kommentiert von: Norbert Hillinger | 18. September 06 um 12:42
Danke! Der Text ist noch embryonal. Ich möchte mich vor allem mit spezifischen Formen rekursiver Kommunikation beschäftigen, die so nur im Web möglich sind. Theoretisch will ich mich außer an Luhmann vor allem an Dirk Baecker orientieren, den ich dir hiermit ans Herz lege.
Kommentiert von: Heinz Wittenbrink | 18. September 06 um 12:56
Von Dirk Baecker hab ich noch nichts gelesen oder gehört. Parsons und Luhmann hatte ich schon bei meiner Seminararbeit im 5. Semester behandelt.
Bin schon gespannt auf die finale Version deines Textes über dieses wirklich spannende Thema.
Vielleicht ist übrigens bei meiner Linksammlung bei delicious (del.icio.us/norbsi) auch der eine oder andere Link dabei, der interessant sein könnte.
Eine Frage zu delicious: wie funktioniert das link-sharen dort nochmal?
Danke für die Tipps,
Norbert
Kommentiert von: Norbert Hillinger | 18. September 06 um 14:36
hallo heinz,
ich würde auch gerne etwas zu deinem sehr interessanten artikel sagen. ich glaube, deine theoretischen grundannahmen werden von dir nicht konsequent weiterverfolgt, sodass es im weiteren textverlauf zu aussagen kommt, die ich so nicht teilen würde.
1. die verschiebung von sender zu empfänger, von mitteilung zu verstehen (absatz "Beobachtbarkeit von Kommunikation im Web"): die kommunikation ist ein eigenständiges, autopoietisch geschlossenes system. nur sie selbst kann kommunizieren! der trick der kommunikationstheorie nach luhmann und baecker besteht gerade darin, den kommunikationsprozess von den beteiligten zu trennen! auch verstehen findet nun innerhalb der kommunikation statt, aber nicht beim "empfänger", also bei den beteiligten, aber in der umwelt(!) der kommunikation vorfindbaren "bewusstseinen".
2. die unwahrscheinlichkeit der kommunikation: mit "unwahrscheinlichkeit" meint luhmann keine räumlichen oder zeitlichen grenzen, an denen kommunikation "hängen bleibt", sondern die möglichkeit der ablehnung. kommunikation kann immer abgelehnt werden, das macht sie (und das entstehen und fortbestehen von sozialen systemen) unwahrscheinlich. die evolution hat hierfür symbolisch generalisierte kommunikationsmedien (siehe auch wikipedia) entwickelt, die die annahmewahrscheinlichkeit erhöhen. der computer ist nur ein verbreitungsmedium, aber kein "unwahrscheinlichkeits-überrückungs-medium".
3. webkommunikation und kommunikation: mir ist nicht immer ganz klar, ob du hier verschiedene "kommunikationen" vor augen hast, oder nur technisch unterschiedliche *möglichkeiten* von kommuninaktion. kommunikation ist ja erstmal nur die unterscheidung von information, mitteilung und verstehen, und somit unabhängig von interaktion, buch oder web gleich gebaut. ist für dich die webkommunikation nun eine andere form von kommunikation, oder etwas, das die struktur oder gar die theorie der kommunikation verändert? da bin ich mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe.
ich finde deinen text sehr interessant und das thema generell spannend, und behandele es teilweise auch in meinem blog - wenn auch in deutlich kürzeren beiträgen und noch wissenschaftlich etwas weniger ausgearbeitet.
gruß
daniel
Kommentiert von: Daniel | 14. Dezember 06 um 14:56
lieber daniel,
danke für die kritik! ich werde später, versuchen, ausführlich darauf zu antworten. ich würde mich sehr freuen, wenn es zu einem dialog über diese thematik käme.
vorab zur "unwahrscheinlichkeit der kommunikation": ich meine, dass die unwahrscheinlichkeit, adressaten zu erreichen, bei luhmann auch eine entscheidende rolle spielt und die evolution der verbreitungsmedien "motiviert". beim googeln habe ich gerade folgende formulierung gefunden (aus dem "luhmann-glosar"):
hältst du das für ein missverständnis der luhmannschen theorie?
viele grüße!
heinz
Kommentiert von: Heinz Wittenbrink | 15. Dezember 06 um 13:01
hallo heinz,
das würde ich jetzt nicht als missverständnis von luhmanns theorie deuten, aber ich meine, für luhmann war die unwahrscheinlichkeit der annahme virulenter als die unwahrscheinlichkeit der erreichbarkeit. aber ich versuche, das nochmal genau nachzulesen, wenn ich was finde, und melde mich dann wieder. der entsprechende abschnitt dazu findet sich in "gesellschaft der gesellschaft" (bd.1).
gruß
daniel
Kommentiert von: Daniel | 15. Dezember 06 um 19:13
Hallo Heinz,
sehr interessante Fragestellung. Auch wenn, wie von Daniel bemerkt, die Argumentation nicht streng systemtheoretisch nach Luhmann ist, gibt es auch innerhalb der Systemtheorie Ansätze dieses Frage nach der operativen Geschlossenheit des Netzes neu zu stellen. Ich denke Dirk Baecker geht zur Zeit eben dieser Frage nach. Es existiert aber auch einen älteren Artikel von Peter Fuchs über die spezifische Kommunikation im WWW. Zu lesen unter:
http://www.medienobservationen.uni-muenchen.de/artikel/allgemein/World.html
Es würde mich auch interessieren, wie Dein letzter Stand zu Deiner Forschungsfrage "Web-Publishing aus systemtheoretischer Sicht" ist.
Beste Grüße,
Andy
Kommentiert von: Andy | 28. Februar 08 um 19:08
Zu Punkt 2. von Daniel
Die Unwahrscheinlichkeit von Kommunikation, entspricht meines Wissens nach nicht der Gefahr der Ablehnung, sondern der Unwahrscheinlichkeit des Verstehens.
Die Ablehnung entspricht der Vorstellung, dass: "Kommunikation gefährlich" sei.
Auch stimme ich nicht der Vorstellung zu, dass Kommunikation im Web wahrscheinlicher wird, sondern Anschlusskommunikation begünstigt. Allerdings jedoch in dem Sinne wahrscheinlicher macht, da durch Feedback und Rekursivität die Unterscheidung zwischen Information und Mitteilung begünstigt wird.
Kommentiert von: Metis | 13. Juli 08 um 12:38
Ich arbeite im Rahmen meiner Dissertation gerade an einem ähnlichen Thema und sehe aus dieser Sicht deinen Ansatz als wirklich gute erste Analyse an. Natürlich hängt es noch an einigen Stellen (besonders Punkt 3 im Kommentar von Daniel) halte ich für bearbeitenswert. Auch die immer wieder auftauchenden Begrifflichkeiten von Sender und Empfänger müssten anders dargestellt werden, um einen "Rückfall" zu vermeiden und die Kommunikation nach Luhmann/Baecker zu sehen, wo eben ausschliesslich Kommununikation selbst kommunizieren kann.
Vielleicht findest du ja noch mal die Zeit diesen vielverprechenden Ansatz weiter auszuarbeiten (Anschlusskommunikation ;-)).
Mich würde es freuen :)
Daniel
Kommentiert von: Daniel | 02. August 08 um 17:33