Nur eine erste Antwort: Weil er nicht weiß, wovon er spricht, und weil er desavouiert, was er hochhält. Ahnungsloser lässt sich kaum schreiben.
Am Ende von Thurnhers Kommentar im gestrigen Falter (Printausgabe) finden sich zwei Argumente:
Das "Internet" bedrohe das Urheberrecht.
Das Problem der Identität im Web sei nicht gelöst, jeder könne anonym posten.
Hat Armin Thurnher je von den Creative Commons, von den Arbeiten Lawrence Lessigs gehört? Hat er sich mit den Diskussionen über OpenID, über Identity 2.0 beschäftigt? Hält er es überhaupt für der Mühe wert, zu dem Medium zu recherchieren, das er hier verurteilen will?
Wer das Internet nicht ernst nimmt, weil anonym Unsinn gepostet werden kann, darf den Falter nicht mehr ernst nehmen, weil die Krone ein Schmierblatt ist. Und wer dem Internet vorwirft, das Urheberrecht zu gefährden, erklärt die Reproduktion von materiellen Informationsträgern zur Norm für die Medien der Zukunft.
Ich habe Armin Thurnher bewundert, seit ich österreichische Zeitungen lese. Ich ziehe den Falter allen anderen österreichischen Blättern vor. Schade, dass sich ausgerechnet Thurnher damit zufrieden gibt, Gemeinplätze wiederzuverwerten, wenn er über das Internet schreibt!
So weit die nächtliche Reaktion eines egomanischen Bloggers. Weiteres mit mehr Ruhe in den kommenden Tagen!
